Bezirksrinderschau Ulrichsberg - Gute Stimmung - Top-Kühe
07.08.2017 | Autor: RZO
SIEGERLISTE GROSSRINDER SIEGERLISTE JUNGZÜCHTER

 

Die Böhmerwaldmesse in Ulrichsberg hat sich in den letzten Jahren zur größten Landwirtschaftsmesse im Mühlviertel entwickelt. Top-Zuchtkühe und das perfekte Wetter – nach einem kurzen intensiven Regenschauer in der Früh – lockten zahlreiche Besucher nach Ulrichsberg.
Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, NR Nikolaus Prinz, LAbg. ÖR Georg Ecker, Bezirkshauptfrau Hofrätin Dr. Wilbirg Mitterlehner und Bgm. Wilfried Kellermann besuchten als erste Station bei ihrem Messerundgang das Rinderausstellungszelt und staunten über die hohe Qualität der ausgestellten Zuchtkühe bzw. über die Prachtexemplare von Zuchtstieren, die bereits im Freiring Aufstellung nahmen.

RZO-Obmann Berthold Haselgruber begrüßte die Ehrengäste und eröffnete das Preisrichten. Der Bezirk Rohrbach zählt zu den Milchkuh-stärksten Bezirken Österreichs; umso erfreulicher ist es, dass der Milchpreis wieder beständig nach oben wandert. Auch der Export von Zuchtvieh, besonders in die Türkei hat sich zu einer guten Absatzmöglichkeit für viele Bauern entwickelt. Berthold Haselgruber wies die Politiker darauf hin, bei Gesprächen mit und über die Türkei dies nicht außer Acht zu lassen.

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer ist überzeugt, dass Oberösterreich ein bedeutendes Bauernland für Österreich ist und bezeichnete den Bezirk Rohrbach als „Herz des Mühlviertels“. Es ist schön zu sehen, wie hier Lebensmittel naturnah produziert werden. Es ist auch wichtig, dass es der Wert für Regionalität bis in die Regale der Supermärkte schafft und somit ein Bewusstsein für die Landwirtschaft geschaffen wird. Landeshauptmann Stelzer wünschte allen Bäuerinnen und Bauern viel Erfolg und die nötige Freude an ihrer Arbeit, denn dann werden sie langfristig erfolgreich sein.

Preisrichter Rupert Viehhauser hatte eine weite Anreise hinter sich. Er kommt aus der Gemeinde Kleinarl in Salzburg, wo er einen Biobetrieb mit Pinzgauer- und Fleckviehkühen sowie Urlaub am Bauernhof bewirtschaftet. Rupert Viehhauser absolvierte die Ausbildung zum Preisrichter und ist ehrenamtlicher Funktionär beim Rinderzuchtverband Salzburg. Er meisterte seine Aufgabe souverän und gab nachvollziehbare Erläuterungen zu seinen Entscheidungen.

Nationalratsabgeordneter Nikolaus Prinz sprach von der ausgezeichneten Qualität der Rinder im Bezirk Rohrbach. Bei dieser Rinderschau in Ulrichsberg kann man sich am besten davon überzeugen. Er gratulierte allen Ausstellern herzlich zu den präsentierten Zuchtrindern und dankte Berthold Haselgruber und seinem Team, die diese Rinderschau auf die Beine stellten sowie dem gesamten Team der Böhmerwaldmesse.

Gruppe I: Fleckviehstiere imponierten
Gruppensieger wurde der Hurly-Sohn HURLYS vom Grenzlandmilchhof aus Julbach. HURLYS überzeugte gegenüber dem Reservesieger MINK -  ein Mint-Sohn vom Betrieb Andreas Sigl aus Oepping – mit seinem kräftigen Körperbau und der sehr guten Bemuskelung.


BEEINDRUCKENDE JUNGKUHGRUPPEN

Gruppe II: Erstlingskühe – gekalbt Mai bis Juni 2017
Als Siegerin und auch Eutersiegerin prämierte der Preisrichter die Rotglut-Tochter LINDA vom Betrieb Andrea und Markus Wild aus Rohrbach-Berg. LINDA zeigte sich im gesamten Erscheinungsbild sehr ausgeglichen. Sie ist sehr tief in der Mitte und hat ein feindrüsiges Euter, bei dem die Strichen korrekt gestellt sind. Die perfekte Hintereuterhöhe war der Grund, warum sie sich von der Reservesiegerin, der Symposium-Tochter DORA vom Betrieb Anna Wolkerstorfer aus Helfenberg abhob. Auch DORA ist eine beeindruckende Jungkuh und hat ein gut gefülltes Euter. An dieser Jungkuh ist die Zweinutzungsfähigkeit der Rasse Fleckvieh sehr gut ersichtlich.
Ein Geheimtipp war die Jungkuh CONNY (V: Ikarus) vom Betrieb Elfriede und Franz Wolfmeier aus Niederwaldkirchen. "CONNY schaffte es zwar heute nicht aufs Podest, sieht aber sehr jugendlich aus und hat das Potenzial, um noch das eine oder andere Preisrichten zu gewinnen", so Preisrichter Viehhauser.

Gruppe III: Erstlingskühe – gekalbt Dez. 2016 bis April 2017
Diese Jungkuhgruppe zeichnete sich durch sehr stabile Fundamente aus. Diese Erstlingskühe verfügten über feindrüsige Euter, einen starken Körperbau und bewegten sich sehr gut, was in den immer größer werdenden Betrieben zunehmend an Bedeutung gewinnt. Als Siegerin und gleichzeitig auch Eutersiegerin entschied sich der Preisrichter eindeutig für die Manigo-Tochter FLOCKE vom Betrieb Josef Hurnaus aus Kollerschlag. FLOCKE ist eine fantastische Jungkuh mit einem extrem festsitzenden Euter – der Abstand vom Sprunggelenk zum Euterboden ist perfekt. FLOCKE mit all ihren Vorzügen darf sich auch über den Gesamtsieg der Jungkühe freuen.
Als Reservesiegerin legte Rupert Viehhauser die Kuh ROMY eine Ivan-Tochter vom Betrieb Georg Gahleitner aus Arnreit fest, die aufgrund des extrem drüsigen Euters mit der schönen Beaderung diesen Rang verdient hat.

Gruppe IV: Erstlingskühe – gekalbt Okt. bis Nov. 2016
Aufgrund des hohen und einheitlichen Niveaus dieser Gruppe war die Entscheidung für den Preisrichter sehr schwierig. Jedoch fiel die Entscheidung für den Sieg auf die Valentin-Tochter LANZE vom Grenzlandmilchhof aus Julbach. Von LANZE lässt sich zukünftig noch viel erwarten. Sie hat einen geschlossenen Körperbau, ist straff in der Oberlinie und ihre Ausstrahlung lässt darauf schließen, dass sich ihre Leistung noch steigern wird, was für die Wirtschaftlichkeit von großer Bedeutung ist.
Reservesiegerin wurde HELI (V: Waldfeuer) vom Betrieb Markus Gahleitner aus Hörbich, eine Jungkuh, der man ihre hohe Leistungsbereitschaft anmerkt – besonders auffällig war die schöne Beaderung ihres Euters.

Gruppe V: Kühe mit zwei Abkalbungen – gekalbt März bis Juni 2017
"Alle Kühe in dieser Gruppe kommen langsam an den Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit. Die Euter sehen sehr gut melkbar aus; am liebsten möchte man gleich die Melkmaschine anstecken", so der Preisrichter.
Als Siegerin legte er die Hutera-Tochter ELISA vom Betrieb Manuela und Anton Wöss aus Aigen-Schlägl fest. ELISA ist eine ausgezeichnete Jungkuh. Ihre Bewegungen zeugen von einer guten Mobilität. Ihr festsitzendes Euter mit gut ausgeprägtem Zentralband bedeutet, dass die Kuh auch in Zukunft gut melkbar sein wird.
Rang 2 belegte die Rauruapa-Tochter ANJA vom Betrieb Anna und Heinrich Gumpenberger aus Lichtenau/Mkr. ANJA bestach durch ihren langen und tiefen Körperbau sowie ihr drüsiges Euter.
Den Eutersieg verdiente sich PEGGY (V: Symposium) vom Betrieb Theresa und Wolfgang Neumüller aus Niederwaldkirchen.

Gruppe VI – Kühe mit 2 Abkalbungen – gekalbt Sept. 2016 bis Feb.2017
Siegerin und Eutersiegerin in dieser Gruppe wurde die Vulcano-Tochter GOLDI vom Betrieb Hermann Koblmüller aus Kirchberg/D. Sie ist eine Fleckvieh-Granate! Ihr Köperbau ist kompakt und sie besticht durch ihre Bemuskelung, ihr beadertes Euter, ihren geraden Euterboden und durch ihr langes und breites Becken. All diese Vorzüge verhalfen ihr auch zum Gesamtreservesieg der Jungkühe. Als Reservesiegerin konnte sich JACKI vom Grenzlandmilchhof aus Julbach, ebenfalls eine wunderschöne Vulcano-Tochter, beweisen. Das Becken ist gut gelagert und das Euter passt sehr gut dazu, auch wenn die Oberlinie nicht ganz gerade ist.

Gruppe VII: Kühe Fleckvieh x RedFriesian
Diese Gruppe war schwer zu vergleichen, da zwei Kühe mit einer und zwei Kühe mit zwei Abkalbungen in den Ring einmarschierten. Zur Siegerin kürte der Preisrichter die WABAN-Tochter FRANZI (MV: Savard Red) vom Betrieb Markus Aichbauer aus Putzleinsdorf. FRANZI bestach durch ihren feinen Körperbau und durch ihr hoch aufgehängtes, schönes Euter. Sie stand bereits bei der Nachzuchtschau anlässlich der AGRARIA in Wels 2016 am Siegespodest ganz oben. Als Reserve- und Eutersiegerin entschied sich Rupert Viehhauser für LISBETH (V: Amor Red) vom Betrieb Michaela und Friedrich Märzinger aus Nebelberg. LISBETH überzeugte durch ihr sehr schönes, breites Euter mit gut ausgeprägtem Zentralband.

Kühe ab drei Abkalbungen brillierten


Gruppe VIII: Kühe mit 3 Abkalbungen
"In dieser Kategorie stehen die Kühe „voll im Saft“ – sie sind am Leistungsfähigsten. Erst mit drei Kälber fängt es an, dass der Bauer mit der Kuh etwas verdient", so Preisrichter Viehhauser. In dieser Gruppe war mit der Rave-Tochter LENA vom Betrieb Georg Gahleitner aus Arnreit eine klare Spitze erkennbar. LENA, mit ihrem langen, tiefen Körper und dem feinen Körperbau, fiel dem Preisrichter sofort auf, als sie den Ring betrat. Ebenso die straffe Fessel und der ebene Euterboden verhalfen ihr zum Gruppen- und Eutersieg sowie zum Titel Gesamtreservesiegerin der älteren Kühe. Reservesiegerin LIBRAS (V: Rasino) von Familie Maria und Franz Pühringer aus Pfarrkirchen zeigte sehr viel vom typischen Fleckvieh-Typ.

Gruppe IX: Dauerleistungskühe über 40.000 l Lebensleistung
Diese Gruppe beeindruckte sehr und bewies, dass die Züchtung in die richtige Richtung geht, sonst würden diese älteren Kühe, die schon so viel leisteten, nicht so gut aussehen.
Eine Ausnahmekuh ist die fundamentstarke Rau-Tochter GAUDI vom Betrieb Andrea und Martin Leibetseder aus Rohrbach-Berg. Trotz ihrer sieben Kälber überzeugte sie neben dem stabilen Fundament mit ihrem schönen Euter und den gut platzierten Strichen. GAUDI nahm heuer bereits bei der Bundesfleckviehschau in Maishofen den Reservesieg ihrer Gruppe mit nach Hause. Diese Ausnahmeerscheinung holte sich bei der Messe in Ulrichsberg souverän den Gruppensieg der Dauerleistungskühe und bei der Endentscheidung auch den Gesamtsieg der älteren Kühe.
Reservesiegerin dieser Gruppe wurde die Imposium-Tochter HARVE vom Betrieb Markus Gahleitner aus Hörbich. Mit ihren fünf Kälbern wirkt HARVE noch immer sehr harmonisch und jugendlich. Ihr Euter ist einfach ein Prunkstück und somit verdiente sie sich auch eindeutig den Eutersieg.  

Grauvieh – klein aber fein
Die Rasse Grauvieh war das erste Mal auf der Böhmerwaldmesse  vertreten. Der Züchter Peter Stöbich aus Ulrichsberg, besser bekannt als der „Bergbauer“ von Ulrichsberg, hat die Rasse ins Herz geschlossen. Grauvieh gehört zu den Generhaltungsrassen und ist bestens für die Weidehaltung  geeignet. Es gibt rd. 4.000 Herdebuchkühe in Österreich.

Bühne frei für die Jungzüchter – tolle Vorführleistungen
Im Anschluss an das Preisrichten der Kühe fand der Vorführbewerb der Jungzüchter statt. Die Jungzüchter der ersten Gruppe (5-8 Jahre) betraten etwas schüchtern den Vorführring. Doch dann marschierten sie, das Kalb fest in der Hand, zwei Runden im Ring und zeigten den Besuchern ihr Können.  Preisrichter Rupert Viehhauser, selber Vater von drei Kindern, hatte das richtige Gespür für die Jüngsten.  Er verzichtete auf die Rangierung und machte in dieser Gruppe alle Kinder zum Sieger.

In der zweiten Gruppe hatten alle Jungzüchter (10 Jahre) bereits Erfahrung mit dem Umgang und Vorführen von Kälbern. Denn entweder waren sie Teilnehmer beim Bewerb vor zwei Jahren oder sie holten sich das nötige Wissen beim Jungzüchtercamp in Freistadt.  Diese Jungzüchter führten ihr Kalb zielstrebig in den Ring und hielten auch Blickkontakt mit dem Preisrichter. Bettina Gaisberger aus Sarleinsbach mit ihrem Kalb BUSSERL konnte es kaum fassen, als der Preisrichter sie zur besten Vorführerin dieser Gruppe ernannte. Magdalena Märzinger aus Nebelberg freute sich über den Reservesieg.  

Das Vorführniveau in der Gruppe 3, Jungzüchter von 11 - 17 Jahre, war schon sehr beachtlich. Die Vorführer mussten die Jungrinder dem Preisrichter offen präsentieren, immer Blickkontakt mit ihm halten und still stehen, wenn das Zeichen dafür gegeben wurde. Während der Preisrichter die Jungzüchter genau beobachtete, konnten wir das Wort kurz an Gerlinde Halbartschlager, Projektleiterin bei der ZAR, übergeben. Sie berichtete über den „neuen“ Jungzüchterprofi der bald wieder startet. Die Anmeldung dafür ist jederzeit möglich.
Michaela Kitzberger und Markus Wurzinger - beide schauerfahrene Jungzüchter - ritterten um den Gruppensieg. Sie mussten in der Schlussrunde ihr Kalb tauschen und so beweisen, wer von den beiden mit dem fremden Jungrind die Vorführrunde besser meisterte. Schlussendlich entschieden nur Nuancen und so holte sich Michaela Kitzberger aus Waldburg den Gruppensieg vor Markus Wurzinger aus Lichtenau/Mkr.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Ausstellern für ihr Engagement, beim Preisrichter für seine souveräne Tätigkeit, bei den Sponsoren für die Unterstützung, bei der Presse für die positive Berichterstattung und natürlich bei den Verantwortlichen und Helfern vor Ort für die geleistete Arbeit und ausgezeichnete Zusammenarbeit!

Gruppensieger HURLYS (V: Hurly) vom Grenzlandmilchhof, Julbach

Gruppenres.sieger MINK (V: MINT) vom Betrieb Andreas Sigl, Öpping

Erstlingskühe - gek. Mai bis Juni 2017

Erstlingskühe - gek. Dez. 2016 bis April 2017

Gesamtsiegerin der Jungkühe - FLOCKE (V: Manigo) vom Betrieb Hurnaus aus Kollerschlag

Gesamtsiegerin der älteren Kühe - GAUDI (V: Rau) vom Betrieb Leibetseder aus Rohrbach-Berg