Ulrichsberg als Zentrum der Fleckviehzucht
02.08.2013 | Autor: DI Franz Kaltenbrunner

Bei herrlichem Sommerwetter fand am Freitag, 2. August 2013 zum 3. Mal die Böhmerwaldmesse in
Ulrichsberg mit einer hochkarätigen Fleckviehschau statt. Rohrbach ist einer der viehstärksten Bezirke in Oberösterreich und hat in den letzten Jahren deutlich an Kuhzahl und Milchquote zugelegt.
Insgesamt gibt es 13.438 Fleckvieh-, 74 Braunvieh-, 610 Holstein- und 25 Jerseykühe im Bezirk Rohrbach, die vom RZO betreut werden.


Im Bezirk gibt es auch mehrere Kooperationsbetriebe, wie den Betrieb Grenzlandmilchhof in Julbach mit 163 Kühen und den Betrieb MILA in Haslach mit 133 Kühen. Berthold Haselgruber, einer der Betriebsführer vom Betrieb MILA und auch Ausschussmitglied des RZO, hat vor Ort mit zahlreichen Helfern hauptverantwortlich die Schau bestens organisiert.
Minister Alois Stöger und Reinhold Mitterlehner, sowie Veterinärdirektor Thomas Hain und ZAR-Obmann Anton Wagner besuchten die Zuchtrinderschau.

 

Preisrichten:
Die Züchter präsentierten knapp 50 Zuchtrinder, die von Dr. Josef Miesenberger, Geschäftsführer des FIH, gerichtet wurden. Die Stierhaltung hat im Bezirk Rohrbach nach wie vor Tradition. Drei Stiere aus dem Natursprung wurden dem Preisrichter vorgeführt. Den Sieg erzielte ein sehr gut entwickelter Vandor-Sohn, derzeit im Besamungseinsatz bei der MILA GesbR in Haslach, vor einem wei-teren Vandor-Sohn vom Besitzer Martin Brandl aus Rohrbach.

 

Bei den Jungkühen war die erste Gruppe äußerst leistungs- und exterieurstark. Drei Kühe stachen besonders heraus. Schlussendlich holte sich die die Raul-Tochter KAMILA von Hermann Koblmüller aus Kirchberg den Gruppensieg und letztendlich auch den Gesamtsieg der Jungkühe. Besonders euterstark zeigte sich die Hupsol-Tochter LEXA vom Betrieb Michaela und Friedrich Märzinger aus Nebelberg. Durch ihren besonderen Rahmen und hohen Eutersitz  fiel die Diadora-Tochter LISL vom Betrieb Grenzlandmilchhof auf. In der zweiten Gruppe der Jungkühe bestach die Hupsol-Tochter SALVE vom Betrieb Markus Wild aus Berg bei Rohrbach durch ihr hervorragendes Euter und ihren ausgeglichenen Körper. Sie konnte sich dadurch vor der Imposium-Tochter HARVE vom Betrieb Markus Gahleitner aus Hörbich und der euterstarken Wal-Tochter GUNI vom Betrieb Birgit und Josef Haselböck aus Peilstein durchsetzen.


Die Kühe in der 2. Laktation waren bei beiden Gruppen besonders leistungsstark. Der Sieg ging an die Hobel-Tochter ELIS vom Betrieb Anna Falkner, St.Martin/Mkr. bzw. an die Hochkogel-Tochter NORA vom Betrieb Elisabeth und Anton Siegl aus Öpping. Auch die Zweit- und Drittplatzierten zeigten hervorragendes Exterieur und sehr formschöne Euteranlagen.

Die leistungsstärkste und größte Gruppe waren die Fleckvieh-Kühe mit drei Abkalbungen. Eine Ausnahmekuh stellte die Vanstein-Tochter SINDY vom Betrieb Klaus Fuchs-Eisner aus Ulrichsberg dar. Die Drüsigkeit des Euters, die enorme Leistung und der sehr gute Rahmen brachten ihr den Sieg.

 

Bei den Kühen mit vier Abkalbungen gingen drei bekannte Ausstellungskühe an der Spitze. An 1. Stelle wurde aufgrund des hervorragenden Rahmens und der Drüsigkeit des Euters die Romario-Tochter ERLE vom Betrieb Wolfgang Wurzinger aus Lichtenau/Mkr. gereiht. Den 2. Rang erzielte die euterstarke Western-Tochter MARLENE vom Betrieb Norbert Gahleitner aus Altenfelden und an 3. Stelle wurde die sehr tiefrumpfige Vodach-Tochter SIDO vom Betrieb Bruno Keplinger, Lichtenau/Mkr. gestellt. Auch die Kühe mit fünf und mehr Abkalbungen wiesen noch durchwegs gute Euteranlagen auf.
Besonders beeindruckte den Preisrichter die Webal-Tochter SOLAIKA vom Betrieb Hans-Peter Kepplinger. Preisrichter Josef Miesenberger machte SOLAIKA auch zur Gesamtsiegerin der älteren Kühe. Diese Kuh steht in einem Melkroboterbetrieb und hat bereits rund 53.000 kg Milch ermolken. Insgesamt waren alle vorge-stellten Kühe dieser Bezirksrinderschau von außergewöhnlich guter Qualität und einige Tiere werden sich im Herbst bei der Rieder Messe dem Preisrichten stellen.

 

Models aus der Bauernschaft
Eine besondere Augenweide ist immer wieder die Präsentation der Siegertiere von den Models aus der Bauernschaft. Die jungen hübschen Damen im Dirndl führten die Siegerkühe im Ring perfekt vor. Johannes Penz, Zuchtwart vom RZO und Wolfgang Lehner vom ORF moderierten diesen Programmpunkt auf gekonnte Art und Weise.

 

Jungzüchter-Vorführcup
Mit vollem Eifer gaben die jungen Züchter beim Vorführcup ihr Bestes und das Publikum war von den Vorführleistungen beeindruckt. Gruppensieger bei den jüngsten Teilnehmern (4 – 9 Jahre) wurde Andreas Kitzberger aus Oberneukirchen und bei den Teilnehmern in der Gruppe von 11 – 17 Jahren holte sich seine Schwester Michaela (11 Jahre) den Sieg.

 

Schaubesprechung
Geschäftsführer DI Franz Kaltenbrunner erwähnte in seiner Schaubesprechung die vorrangigsten Zuchtziele bei Fleckvieh, welche die ausgestellten Tiere in hervorragender Weise erfüllten. Als besonderen Schwerpunkt in der Zucht wird auf die Verbesserung der Euterqualität gesetzt, da moderne Melktechniken ein sehr ausge-glichenes, festsitzendes Euter verlangen. Fleckvieh eignet sich daher auch für die modernste Melktechnik wie zum Beispiel Melkroboter. Besonders wichtig ist, so Kaltenbrunner, dass auch die Fitness mitberücksichtigt wird. Durch die Projekte „Gesundheitsmonitoring“ und „Efficient Cow“ sollen diesbezüglich in den nächsten Jahren weitere Zuchtfortschritte erzielt werden. Bei diesen zukunftsweisenden Projekten ist die Teilnahme der Zuchtbetriebe besonders im Bezirk Rohrbach vorbildlich.

 

Besonderer Dank gilt den zahlreichen Sponsoren für die großzügige Unterstützung und die Zurverfügung-stellung der Kuhglocken. Die Kuhglocken sind immer wieder eine besondere Auszeichnung für die Mühe und Fleiß in der Rinderzucht. Ein herzliches Dankeschön gilt ebenso den Organisatoren vor Ort und dem Messeteam für die hervorragende Zusammenarbeit.