Messestadt Freistadt - Zuchtrinder begeistern Publikum
16.08.2021 | Autor: Helga Wagner, RZO

Nach über 10 Jahren wurde bei dieser Messe wieder ein landwirtschaftlicher Schwerpunkt mit Rindern und Landtechnik gesetzt. Dieses Messeambiente bot eine sehr gute Grundlage für die Zuchtrinderschau. Ein herzliches Dankeschön gilt natürlich allen Züchterfamilien, die ihre wertvollen Zuchttiere den Besuchern präsentierten. Dies ist keinesfalls selbstverständlich und es bedarf viel an Vorbereitungsarbeit.

Imponierende Erstlingskühe
Preisrichter Andreas Selker, Mitarbeiter der Oö. Besamungsstation GmbH, kommentierte alle seine Entscheidungen nachvollziehbar und meisterte seine Aufgabe bravourös. Der Sieg in der ersten Gruppe ging an die elegante Jungkuh DOLLY, eine MIAMI-Tochter vom Betrieb Josef Schatz aus Katsdorf. DOLLY steht auf trockenem Fundament und weiß mit exzellentem Euter aufgrund der Länge, Aufhängung und dem ausgeprägten Zentralband zu überzeugen. Deshalb gebührte ihr auch der Eutersieg. DOLLY wurde als Kalb von der Betriebsgemeinschaft MILA aus St. Oswald/Haslach angekauft. Der Reservesieg ging an die sehr rahmige, harmonische VOLLENDET-Tochter GERTRUDE vom Zuchtbetrieb Stefan Enzenhofer aus Bad Leonfelden. Sie überzeugte den Preisrichter mit ihrem guten Euter und ihrem hervorragenden Fundament. Sie weist eine perfekte Oberlinie auf und auch die Strichstellung ist optimal.

In der zweiten Gruppe der Erstlingskühe entschied die MACBETH-Tochter LUDMILLA vom Betrieb Katrin und Gerhard Holzer aus Pabneukirchen den Sieg für sich. LUDMILLA zeigte ihre Stärken im korrekten Becken, in der Flankentiefe, mit perfekter Oberlinie und guter Fessel sowie dem passenden Euter. Über den Reservesieg freute sich der Betrieb Kloibhofer aus Pabneukirchen mit der MANNA-Tochter LAVENDL. Sie imponierte mit ihrer Gesamterscheinung. Ihr perfektes Euter mit dem hohen Euterboden verhalf ihr letztendlich auch zum Eutersieg.

Rahmige Siegerinnen bei den Zweitkalbskühen
Der Preisrichter entschied sich in dieser Gruppe für die RALDI-Tochter AKTE vom Betrieb Andreas Langer aus Pregarten und verlieh ihr aufgrund ihres Rahmens, ihrer Länge und ihres optimalen Voreuters den Gruppensieg vor der breiten, rahmigen VULKAN-Tochter OLIVIA vom Betrieb Monika Kitzberger aus Waldburg. OLIVIA besitzt ein stabiles Fundament und entspricht optimal dem Doppelnutzungstyp in der Fleckviehzucht.

Drittkalbskühe: Schwere Entscheidung
In dieser schon etwas „reiferen Gruppe" fiel dem Preisrichter die Entscheidung nicht leicht. Aus seiner Sicht steht in der Fleckviehzucht der Zweinutzungstyp im Vordergrund, deshalb ging der Sieg an die IVAN-Tochter SELLI vom Zuchtbetrieb Leithner aus Neumarkt/Mkr. vor der Zweitplatzierten, der HERZSCHLAG-Tochter LU vom Betrieb Sabine und Franz Schatz aus Rechberg. Die stimmige Oberlinie und breite Vorhand sicherten der Kuh LU den zweiten Rang.

Kühe mit 3 und 4 Abkalbungen
In dieser Gruppe fiel dem Preisrichter eine Kuh sofort auf. Die HERZSCHLAG-Tochter ARNIKA vom Betrieb Elisabeth und Franz Fröschl aus Bad Kreuzen. ARNIKA ist eine Top-Erscheinung, bei der jedes Züchterherz höher schlägt. Sie ließ keine Wünsche offen und so gebührte ihr auch der Eutersieg. ARNIKA holte sich bereits bei der Nachzuchtschau in Ried im Jahr 2019 den Sieg. Ein wertvoller Jungstier von ARNIKA , MEVERIK (Mercedes x Herzschlag),  wurde bei der Eliteversteigerung in Wels um € 15.000,- von der Oö. Besamungsstation angekauft.
Der Reservesieg ging an die WHISKY-Tochter ZENZI vom Betrieb Stefan Kaufmann und Kerstin Denkmaier aus Grünbach. Das hohe Schenkeleuter sowie die jugendliche Ausstrahlung waren für den Reservesieg von ZENZI ausschlaggebend.

STIER in Warteposition
Der MAHANGO-Sohn METTMACH, gezüchtet vom Betrieb Ornetsmüller aus Mettmach und im Besitz der Oö. Besamungsstation, steht derzeit am Betrieb Prammer in Neumarkt/Mkr. Johann Prammer führte den extrem gut entwickelten Stier in den Ring. Der Stier mit ruhigem Charakter präsentierte sich in voller Größe und mit enormer Länge.

Züchterjugend
Es ist immer eine Freude, der Jugend beim Vorführbewerb zuzusehen. Auch wenn es nicht immer leicht war, dass das Kalb bzw. Jungrind auf die Anweisungen des Vorführers gehorchte, so ließ sich kein Vorführer aus dem Konzept bringen. Sehr erfreulich war, dass auch „nichtbewerbserfahrene" Kinder mit ihren Vorführleistungen glänzten und es auf das Siegespodest schafften.
In diesem Bewerb übernahm Matthias Wieneroither, RZO-Zuchtleiter Brown-Swiss,die Aufgabe des Preisrichtens. Er bewunderte die Leistungen der Kinder und hob deren Geschick mehrmals hervor: „Sie wissen, wie sie sich selbst und die Tiere am besten präsentieren müssen." In der ersten Gruppe (7 bis 13 Jahre) ging der Sieg der besten Vorführerin eindeutig an Sophia Schatz aus Katsdorf. Sie hatte das Tier mit guter Armhaltung am besten im Griff und hielt auch ständig Augenkontakt mit dem Preisrichter. Auf Rang 2 platzierte sich der erst 7-jährige Jonathan Penz aus Gutau.

In der zweiten Jungzüchtergruppe, der etwas Älteren, nahm die Entscheidungsfindung eine etwas längere Zeit in Anspruch. Alle Vorführer wussten genau, wie sie ihre Tiere am besten präsentieren und vor dem Preisrichter aufstellen mussten. Der verdiente Sieg ging an den bereits erfahrenen Jungzüchter Stefan Kitzberger aus Waldburg. Über Rang 2 freute sich David Schatz aus Katsdorf.

Spannende Gesamtsiegerwahl
Den Gesamtsieg der Jungkühe sicherte sich die elegante Miami-Tochter DOLLY vom Betrieb Josef Schatz aus Katsdorf. Der deutliche Milchcharakter, die gute Hüftbreite, die schöne Eutereinbindung und die richtige Strichplatzierung waren ausschlaggebend für den Gesamtsieg. Aufgrund der harmonischen, stimmigen Art, der guten Flanke und der guten Brusttiefe ging der Gesamtreservesieg an die MACBETH-Tochter LUDMILLA vom Betrieb Katrin und Gerhard Holzer aus Pabneukirchen.

Den Gesamtsieg der älteren Kühe sicherte sich eindeutig die HERZSCHLAG-Tochter ARNIKA vom Betrieb Fröschl aus Bad Kreuzen. ARNIKA ist eine sehr leistungsbereite Kuh mit einem hervorragenden Hintereuter; besonders die Breite dessen ist erwähnenswert. Die Auswahl der Gesamtreservesiegerin gestaltete sich als äußerst schwierig, da alle Kühe in dieser Gruppe ihre gewissen Vorzüge aufwiesen. Schlussendlich geht der Reservesieg an die WHISKY-Tochter ZENZI vom Betrieb Stefan Kaufmann und Kerstin Denkmaier aus Grünbach. Diese Kuh überzeugte den Preisrichter aufgrund der ihres Alters entsprechend guten Euterbodenhöhe.    

Siegerehrung, Dank und Gratulation
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner stattete der Messe einen Besuch ab und gab allen Anwesenden bei der Siegerehrung die Ehre. Mit ihrer herzlichen und humorvollen Art überreichte sie Siegerpreise und hob den hohen Stellenwert der Landwirtschaft, die wertvolle Arbeit der Bäuerinnen und Bauern sowie das Engagement der Züchterjugend hervor.  
Allen Züchterfamilien und Jungzüchtern gebührt große Anerkennung und ein großes Dankeschön.  Ebenfalls danke allen großzügigen Sponsoren, die die wertvollen und wunderschön bestickten Glocken zur Verfügung stellten bzw. mit anderen Sponsorleistungen die Rinderschau unterstützten.

SIEGERLISTE

 

DOLLY (V: MIAMI) Gesamtsiegerin der Jungkühe vom Betrieb Josef Schatz aus Katsdorf im Bild mit Züchter, RZO-Obmann Berthold Haselgruber

ARNIKA (V: Herzschlag) sicherte sich den Gesamtsieg der älteren Kühe

B: Elisabeth und Franz Fröschl aus Bad Kreuzen

 

Gruppensiegerin - Sophia Schatz

METTMACH (Mahango x Hutera)  

vlnr. Matthias Wieneroither, Preisrichter des Jungzüchterbewerb | RZO-Obmann Berthold Haselgruber | Andreas Selker, Preisrichter der Rinderschau

 

Gruppensieger - Stefan Kitzberger