Futtermangel vorbeugen: So sichern Sie Ihre Ernte auch in Trockenjahren
01.09.2026 | Isabell Pirklbauer
Anhaltende Trockenheit bringt viele Betriebe an ihre Grenzen: Das Grünland wächst schlecht nach, Futterreserven schmelzen dahin, und die herbstliche Ernte steht auf der Kippe. Das LFI Niederösterreich hat dazu Expertinnen und Experten befragt und zeigt, mit welchen Strategien sich Ihr Betrieb wirksam gegen Futtermangel wappnen kann.
Warum jetzt handeln?
Klimabedingte Dürreperioden treffen die Tierhaltung in Österreich zunehmend hart. Wer heute in resiliente Grünlandbewirtschaftung, strategischen Ackerfutterbau und den gezielten Aufbau von Futterreserven investiert, senkt das Risiko teurer Versorgungsengpässe im Stall deutlich – und macht seinen Betrieb fit für kommende Trockenjahre.
Die vier wichtigsten Vorbeugemaßnahmen
- Grünlandresilienz & Nachsaat. Regelmäßige Nachsaat mit trockenheitstoleranten, tiefwurzelnden Arten wie Luzerne, Rot- und Weißklee stabilisiert den Ertrag auch auf geschädigten Grünlandflächen.
- Strategischer Ackerfutterbau. Rasch wachsende Zwischenfrüchte und Futtergemenge – etwa Kleegras oder Grünschnittroggen – schließen kritische Futterlücken im Herbst und im Frühjahr.
- Futterqualität erhalten. Strikte Silierhygiene, hoher Futtervorschub am Silo und der Schutz gelagerter Futtermittel vor Erwärmung minimieren vermeidbare Verluste.
- Reservebildung & Netzwerk-Zukauf. Der vorausschauende Aufbau überjähriger Notreserven sowie der überregionale Zukauf über offizielle Plattformen wie die LK-Futtermittelplattform sichern Ihren Betrieb in Krisenzeiten ab.
Die richtigen Kulturpflanzen für Trockenjahre
Nicht jede Kultur kommt gleich gut mit Wassermangel zurecht. Diese Übersicht zeigt, welche Pflanzen sich für welchen Einsatzzweck besonders bewähren:
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Kultur |
Vorteil in Trockenjahren |
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Luzerne |
Besonders trockenheitsresistent, wurzelt tief und ist hervorragend an den Klimawandel angepasst. |
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Rot- & Weißklee |
Ideal für die Nachsaat auf geschädigten Grünlandflächen; leguminosenbetonte Bestände sind ertragsstabiler, da sie weniger Wasser benötigen. |
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Silomais |
Benötigt deutlich weniger Wasser als Gras; kann Grassilage in der Ration zu 50–80 % ersetzen. |
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Hirse |
Neue, besonders klima- und trockenheitsangepasste Frucht zur Risikostreuung. |
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Soja (als GPS) |
Proteinreiche Grundfutteralternative, die sich in Trockenjahren als sehr interessant erweist. |
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Kleegras, Grünschnittroggen, Hafer-Erbsen-Wicken |
Schnellwüchsige Zwischenfruchtmischungen zum Schließen von Futterlücken im Herbst und Frühjahr. |
Fazit für Ihren Betrieb
Eine Kombination aus resilienter Grünlandbewirtschaftung, strategischem Ackerfutterbau und dem frühzeitigen Aufbau mehrjähriger Futterreserven ist der wirksamste Weg, um klimabedingten Dürren und Futtermangel vorzubeugen. Je früher Sie diese Maßnahmen in Ihre Betriebsplanung einbauen, desto besser lässt sich der nächste trockene Sommer meistern.
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